Hufe

05.07.2018


Ein sehr wichtiges Thema bei mir und Laser sind die Hufe. Ich denke das ist eigentlich was das jeden Pferdebesitzer tangiert, da ein Pferd nun mal Hufe braucht um zu laufen. Diejenigen die Pferde mit super Hornsubstanz haben die problemlos ganzjährig barfuss laufen können, können sich sehr glücklich schätzen und machen sich wahrscheinlich keine großen Gedanken darüber! Bei uns ist das Thema Hufe immer mal wieder allgegenwärtig weil Laser ich zwar keine schlechte Hufe hat, aber auf jeden Fall jetzt nicht unbedingt die härtesten Hufe mit der unempfindlichsten Sohle hat.

Strahlfäule

Als sie nach Österreich gekommen ist und wir die Hufe die ersten paar Mal bearbeiten lassen haben, ist aufgefallen, dass sie Strahlfäule hatte, sicher auch von der Matratzeneinstreu im Aufzuchtstall und weil die Hufstellung ( Trachtenzwang) bis zu dem Zeitpunkt nicht ganz gepasst hat. Auf Hufbearbeitung wird in Ungarn wohl nicht ganz so viel Wert gelegt. Ich weiß nicht ob sie in beim Züchter irgendwann mal eine Hufbearbeitung bekommen hat. Bei einem jungen Pferd kann man aber noch gut korrigieren und so hatten wir anfangs das Bearbeitungsintervall auf 4 Wochen heruntergeschraubt und haben so den Trachtenzwang ganz gut verbessert und die Strahlfäule ging dann im Frühjahr Sommer auch weg. Laser hat ausserdem sehr sehr kleine Hufe und wir haben nach wie vor kein zu langes Bearbeitungsintervall. 6- max 7 Wochen. Über 8 Wochen gehen gar nicht bei ihr. Sie stand hinten lange Zeit etwas fassbeinig, was sich mittlerweile aber total ausgewachsen hat und vorne steht sie etwas zeheneng. Das hat sich auch schon stark gebessert aber ein kleines bißchen ist die Stellung noch vorhanden. Ich habe Glück, dass ich einen guten Schmied habe, der auch selber Züchter ist und viele junge Pferde bearbeitet und da schon etwas Erfahrung hat was man wie korrigieren muss oder was man ignorieren kann weil es sich auswächst.

Zu viel Abrieb

Wir hatten zwischenzeitlich nach dem Auszug aus dem Aufzuchtstall mal eine Barhufbearbeiterin und einen anderen Schmied da, weil mein Stammschmied anfangs gesagt hat er kommt nicht in unseren Stall. Damit habe ich allerdings überhaupt keine guten Erfahrungen gemacht, sodass nach Bitten und Betteln doch wieder der Stammschmied übernommen hat. In der Aufzucht hatten wir grade im Winter auf den Paddockplatten immer wieder das Problem, dass sich Laser die Hufe viel zu stark abgegangen ist und die Wände teilweise ausgebrochen sind. Auch nach dem Umzug in den neuen Stall hatten wir mit zu viel Abrieb zu kämpfen und mit einer empfindlichen Sohle wie wir bei den ersten Spaziergängen gemerkt haben. Unsere Wege sind allerdings auch absolut nicht barhuftauglich mit dem groben Schotter. So hat man bei Laser eigentlich von Anfang an gemerkt, dass sie nicht ewig Barhuf laufen wird können. Zumindest nicht wenn ich regelmässig reiten, vor allem auch ausreiten will.

So lange wie möglich Barhuf

Ich war ganz am Anfang als ich sie gekauft hatte sowieso der Meinung dann mit Ausbildungsbeginn Eisen drauf zu tun und fertig. Mittlerweile sehe ich das Ganze etwas differenzierter. Ich bin dem Barhuftrend nicht mehr ganz so abgeneigt, allerdings muss es halt passen. Wenn ein Pferd wirklich gutes Horn hat, eine unempfindliche Sohle und vielleicht nur selten geritten wird dann ist barhuf sicher super. Leider ist das bei Laser nicht der Fall. Ich wollte allerdings trotzdem so lange wie möglich auf Eisen verzichten, da im Wachstum ja nicht nur der übrige Körper des Pferdes wächst, sondern auch der Huf. Somit entwickeln sich die Strukturen im Huf noch relativ lange. Gibt man früh Eisen drauf unterbindet man dies. Daher wäre es für mich letztes Jahr noch zu früh gewesen um Laser zu beschlagen. Als Übergangslösung habe ich ja schon vor einiger Zeit billige Hufschuhe von Krämer besorgt für die Vorderhufe. Die haben wir jetzt schon seit ca 2 Jahren und die haben uns bisher beim Spazieren gehen oder bei den ersten Ausritten letztes Jahr sehr gute Dienste geleistet. Und die werden auch nicht ausziehen, denn ich möchte weiterhin sofern es möglich ist die Eisen im Winter abnehmen lassen. Da kommen dann wieder die Hufschuhe ins Spiel als Übergangslösung für Spaziergänge oder Ausritte. Die Hufschuhe vom Krämer haben für mich 2 Nachteile. Zum einen sind sie sehr aufwändig zum Anlegen und zum 2. Sind sie sehr glatt auf nasser Wiese oder Matschwegen. Ansonsten bin ich sehr zufrieden damit. Ich muss allerdings zugeben, dass ich sie hauptsächlich im Schritt genutzt habe bisher. Ob sie in Zukunft mal einen flotten Geländegalopp standhalten kann ich noch nicht sagen.

Wenn ich keine Eisen hätte und nur zum Ausreiten Hufschuhe benötigen würde, dann würde ich mir wahrscheinlich einen Spezialisten holen, der mir die passenden Modelle für mein Pferd aufzeigt. Dann würde ich in teurere Varianten, die dann hoffentlich leichter zum Anlegen sind investieren.

Der Zeitpunkt zum Beschlagen ist gekommen

Da mir das Hufschuhe anlegen auf Dauer einfach zu blöd wird und ich eine dauerhafte Lösung haben möchte mit der ich auf verschiedenen Untergründen ohne große Probleme reiten kann habe ich mich dann vor kurzem dennoch dazu entschlossen Laser beschlagen zu lassen. Erstmal nur vorne. Laser hat die Umstellung gut verkraftet, sie ist vom ersten Augenblick super gegangen mit den Eisen, als ob nichts anders wäre als sonst. Man hat vom Takt her nichts gemerkt, im Gegenteil, sie geht jetzt draußen viel besser und auch am Reitplatz und in der Halle merkt man einen Unterschied. Mir kommt vor sie hat viel mehr Halt mit den Eisen. Ich hatte anfangs ziemliche Bedenken, dass aufgrund dessen dass sie nicht unbedingt das härteste Horn hat die Eisen leicht abgehen würden und der Huf ausbrechen würde usw. Das hat sich Gott sei Dank nicht bestätigt. Ich muss allerdings sagen, dass es in den letzten Monaten doch etwas besser geworden ist mit ihrer Hufqualität. Ich füttere aktuell seit sicher 4 Monaten reines Biotin zu und verwende ein sehr gutes und sehr teueres Mineralfutter (aus dem Tierärztebedarf). Ich denke dass das zumindest schon ein klein wenig hilft. Das Horn kommt mir im Moment stabiler vor. Es bricht auch hinten wo sie noch barfuss ist viel weniger aus im Moment. Ob das wirklich der Verdienst des Biotin ist wird sich in Zukunft zeigen.

Das erste verlorene Eisen hatten wir erst vor ein paar Tagen nach über 4 Wochen und das war meine eigene Blödheit. Wären wir nicht im Matsch herumgeritten wärs sicher noch drauf. Auch da muss ich wieder lernen was man nicht tun sollte mit Eisen.

Andere Pferde verlieren viel öfter Eisen. Gerade am Anfang wenn die Pferde neu beschlagen sind und die Eisen nicht gewöhnt sind kommt es bei vielen Pferden anfangs zu vielen verlorenen Eisen. Das hält sich bei uns eben bis dato sehr in Grenzen. Das mal eines verloren geht wird man nicht ganz verhindern können. Aber wenn es alle 2-3 Wochen dazu kommt ist es auch nicht toll.

Wir haben im Moment die Eisen erst die erste Periode drauf, somit kann ich im Moment nicht mehr dazu sagen. Was ich schon in den letzen 3,5 Jahren gelernt habe ist, dass die "Hufgesundheit sehr stark von der Hufbearbeitung abhängt. Die Arbeit des Schmiedes ist gerade punkto Strahlfäule sehr entscheidend. Wir haben de facto kaum mehr Probleme mit Strahlfäule und wenn dann haben wir sie in ein paar Tagen wieder im Griff. Heuer im Frühjahr beim Anweiden hatten wir wieder mal kurz etwas zu kämpfen, von einem Tag auf den anderen. Da hatten aber alle Pferde im Stall das Problem. Ich denke dass hat was mit dem jungen Gras zu tun (zu viel Zucker, Eiweiß..). Wie gesagt wenn der Huf gut bearbeitet ist dann ist das aber kein großes Problem und schnell wieder im Griff. Natürlich kommt es auch auf die Boxenhygiene an. Ich glaube im Moment schon, dass die Härte des Horns, etwas durch z.B. Biotin beeinflusst werden kann. Vielleicht ist es allerdings heuer auch der trockene Sommer, der das Horn härter macht. Die Hufe trocknen aus und werden härter. Ich werde berichten, wie es weitergeht.