Kritik, Besserwisserrei, eigener Weg...

31.10.2016

Als ich mir Laser gekauft habe, habe ich mir damals einen groben Plan zurecht gelegt wie alles so ablaufen soll. Plan wäre gewesen sie mal bis 3 oder 3,5 Jahre in der Aufzucht stehen zu lassen und danach entweder Stall zu wechseln oder dort zu bleiben und sie halt nur aus der Aufzuchtherde zu nehmen. Leider kam es aber anders. Wir haben die Aufzucht schon verlassen. Die Gründe dafür und wie es so gekommen ist habe ich ja ausführlich erläutert. Ich habe nicht das Gefühl, dass sich mein Pferd im neuen Stall unwohl fühlt oder es ihr geschadet hat Stall zu wechseln. Dennoch bin ich damals schon hart kritisiert worden wegen meiner Entscheidung. Klar für Aussenstehende ist es immer schwierig Entscheidungen nachzuvollziehen. Ich ertappe mich oft auch in der Rolle des Kritikers oder würde bei anderen Leuten manches anders machen wäre ich in ihrer Lage. Kritik trifft einem trotzdem immer relativ hart. Ist auch nicht immer schlecht weil man dadurch wieder anfängt über alles nachzudenken. Ist die Kritik gerechtfertigt? Manchmal ja, manchmal ein bißchen, manchmal nein. So weit so gut.

Was der Umzug mit Laser damals noch gebracht war, dass er mir aufgezeigt hat dass mein junges Stütchen eine ziemlich starke Persönlichkeit hat. Daher haben wir dann im Frühjahr mit leichter Bodenarbeit begonnen. Dabei gings erst mal darum das Weichen zu lernen für Laser, da sie wie gesagt schon eine starke Persönlichkeit hat und ein eher ranghohes Pferd ist, dass durchaus auf ihr Recht pocht und nicht gerne weicht und ihre Postition behauptet wenn es sein muss. Ich lasse mich aber von meinem Pferd sehr ungern überrennen! Daher war es einfach notwendig da ein bißchen was zu machen mit ihr. Dadurch dass man damit beginnt bringt man aber durchaus einen Stein ins Rollen. Man steht wieder vor schwierigen Entscheidungen. Wieviel tun ist wirklich gut für ein junges Pferd? Von mein 2 jähriger kann alle Zirkuslektionen auf und ab, läuft mit Sattel und Trense und macht 3 Tage beim Clickerkurs mit bis hin zu den Leuten die sagen rüht eure Pferde bloss nicht vor 4 Jahren an ist alles dabei! Zu sehen jeden Tag auf Facebook oder in anderen Medien!

Ich schau mir das gerne an, weil es mir zum einen gute Anreize und Ideen zeigt von Sachen die ich mit Laser auch gerne ausprobieren möchte aber auch weil ab und zu so abschreckende Beispiele dabei sein die mich lehren so nie arbeiten zu wollen. Solange man nur schaut ist auch alles okay. Problematisch wirds wenn man selber mal einen Beitrag macht. Und andere Jungpferdebesitzer fragt wann sie gedenken ihre Jungpferde einzureiten. Dann tritt man eine Lawine los dabei. Von ich reite meinen 2 jährigen schon diesen Winter ein bis bloss nicht vor 5 ist alles dabei. Ist auch gut so, jeder hat da seine eigene Meinung und seinen eigenen Plan. Traurig finde ich nur dass es dann Leute gibt die glauben alle müssten den selben Weg wie sie selbst beschreiten. Sprich alle die anders tun sind ohnehin Tierquäler und sollten kein junges Pferd besitzen wenn sie dann nicht warten können bis das Pferd 5 Jahre alt ist um zu reiten. Solange soll das Pferd doch bitte unberührt im Aufzuchtstall stehen. Man solle sich anstelle eines Jungpferdes ein gerittenes Pferd kaufen (ja klar einen 5 jährigen der schon alles kann weil er mit 3 oder 4 angeritten wurde...). Und man plant das ja vorher mit dem Aufzuchtstall. Ja natürlich plant man es vorher. Hab ich ja auch. Nur leider hat das so nicht geklappt. Die Umstände haben sich halt geändert wie sich so oft im Leben was ändert. Wenn man das immer alles vorher wissen könnte wärs ja eh leicht. Aber ich kann leider nicht hellsehen. Daher muss ich jetzt das Beste aus der Situation machen.

Ich werde über den Winter etwas Bodenarbeit und leichte Handarbeit mit Laser machen. Ich möchte vielleicht wenns paßt auch etwas Freiarbeit anfangen. Und wenn alles paßt wird sie auch im Spätwinter oder Frühling schonend in kurzen Einheiten mit viel Schritt und viel ganze Bahn geradeaus usw. anlongiert um sie dann langsam und schonend aufzubauen. Eventuell auch Langzügelarbeit oder Doppellonge wären im Plan, wobei mir Langzügel besser gefallen würde weil ich da mehr geradeaus gehen kann dabei. Wenn alles paßt kann es durchaus sein dass ich mich im Herbst dann auch mal draufsetze. Dabei ist dann nicht dass Ziel in 6 Wochen in allen 3 Grundgangarten durchs Viereck zu hetzen wie es klassischerweise gemacht wird, sondern ich möchte nur kurze Reiteinheiten im Schritt und eher im Gelände machen um sie einfach nur schonend dran zu gewöhnen ein Reitergewicht zu tragen. Auch Sportler müssen langsam an die Belastung gewöhnt werden. Wenn man trainiert fängt man auch langsam an die Belastung zu steigern und Kraft- und Muskeln aufzubauen. Es kann aber auch durchaus sein dass wir erst mit 4 anfangen sollte es vorher einfach nicht passen oder dass ich sie dann auch nochmal für einige Wochen wegstelle und gar nichts mache. Das wird die Zeit zeigen was das Beste für uns ist. Wie schon mehrfach gesagt und passiert im Leben, Gegebenheiten ändern sich und Pläne werden über den Haufen geworfen. Trotzdem braucht es einen Plan finde ich.

Wer eine Kritik anbringen möchte oder Anregungen hat kann mir gerne auf Facebook eine Nachricht schreiben! Ich will nicht sagen dass ich nicht kritisiert werden will, aber man muss auch andere Meinungen akzeptieren können und muss miteinander diskutieren können. Und jeder Fall ist anders. Ich denke man kann nicht alle über einen Kamm scheren und für alle das gleiche fordern. Kurz gesagt ich denke es gibt nicht das eine Patentrezept nach dem sich alle halten müssen. Jeder muss seinen eigenen Weg gehen und erkennen ob das jetzt gut oder schlecht ist. Meistens ist ja jeder so überzeugt von seiner Methode dass er oder sie immer behaupten es wäre das Beste. Negative Aspekte werden schnell verdrängt und es wird nicht reflektiert warum man es denn eigentlich dazu kam dass man so gemacht hat.