Knabberäste und co - Keine Langeweile am Paddock
Mitte November ist die Weidezeit zu Ende gegangen und damit hat die Paddocksaison wieder begonnen. Jedes Jahr aufs Neue mache ich mir Gedanken womit ich den Pferden die Monate in denen sie nur den Paddock zur Verfügung haben etwas spannender gestalten kann und wie ich die freie Bewegung auf meinem doch eher kleinen Winterauslauf etwas steigern kann.

Winterauslauf vergrößert
Heuer im Sommer während einer längeren Schlechtwetterperiode kam mir erstmals der Gedanke den Vorbereich vorm Eingang zum Stallbereich ab und zu als Auslauf mitbenutzen zu können. Während dieser Schlechtwetterphase wo 2 Tage kein Werdegang möglich war, weil der Boden zu nass war haben die Pferde auf diesem Bereich das Unkraut in Schach gehalten. Es war sozusagen eine Win- Win Situation. Die Pferde hatten etwas Grünzeug zum Knabbern und waren dadurch besser gelaunt und mir wurde das Ausmähen des Weidezauns sowie die Beseitigung des Unkrautes erspart weil die Pferde dies übernommen haben. Da das im Sommer gut funktioniert hat haben wir diese Fläche nach Ende der Weidesaison mit T Pfosten ordentlich eingezäunt und sie fungiert jetzt als zusätzliche Auslauffläche. Eine Seite davon wird außerdem von unserem Holzstappel begrenzt. Dort kommt das Holz hin welches wir jeden Herbst zu Hackschnitzel hacken. Das ist sehr praktisch, weil ich damit sozusagen gleich Knabberholz direkt am Auslauf habe. Ich brauche nur alle paar Tage ein paar neue Äste in den Auslauf ziehen und die alten abgeknabberten Äste wieder auf den Stapel zurück werfen. Daher wird dieser neue Bereich von den Pferden sehr gerne genutzt. Schließlich gibt es dort immer was zu knabbern. Der Weg von der Heuraufe dorthin ist auch nicht zu weit, daher lohnt es sich mehrmals täglich diesen Bereich aufzusuchen und in den Ästen zu stöbern. Warum ich nicht schon länger auf die Idee gekommen bin den Winterauslauf mit diesem Bereich zu erweitern weiß ich nicht. Auf alle Fälle ist dies eine gute Bereicherung.
Beschäftigung am Paddock
Am liebsten Skalpieren meine Pferde Obstbaumzweige sowie Birkenäste. Heuer haben wir sehr viel davon, sodass ich alle 2-3 Tage neue Äste anbieten kann. Gerade jetzt im Jänner nehmen die Pferde die Rinde am liebsten auf und mutieren regelrecht zu Bibbern. Da ich Äste anbiete wird meine Stalleinrichtung in Ruhe gelassen vorm Beknabbern. Gerade Bobby beschäftigt sich oft sehr ausgiebig mit der Erkundung von allem ihm zur Verfügung stehenden Beschäftigungsmöglichkeiten und ich habe auch das Gefühl, dass er diese Beschäftigung braucht. Neben den Knabberästen stehen meinen Pferden die Heuraufe, sowie ein Leckstein und derzeit auch getrocknete Blätter vom Sommer zur Verfügung, die ich derzeit in einem Bottich und im Heuspielball zur Verfügung. Alle Beschäftigungstools stehen so gut es geht möglichst weit von einander entfernt, sodass die Pferde immer wieder Strecken zurücklegen müssen um dorthin zu gelangen. Auch eine Spielball bitte ich ihnen von Zeit zu Zeit an. Der ist aber nicht unbedingt der große Renner bislang.



Auch auf einem relativ kleinen Auslauf lässt sich allerhand zaubern
Natürlich wäre ein kleines Stück Paddocktrail noch irgendwo nett zu haben, lässt sich nicht immer verwirklichen. Mit etwas Kreativität und gutem Willen kann man aber auch auf kleinen eher reizarmen Flächen Abwechslung zaubern und die Pferde gut beschäftigen. Gerade Knabberholz an verschiedenen Stellen ist wirklich eine gute Methode die Pferde immer mal wieder von der Heuraufe wegzubekommen und sie anzuhalten etwas zu erkunden und sich zu bewegen. Das richtige Gehölz und ausreichend Nachschub ist dabei wichtig. Ursprünglich hatte ich mein Knabberholz in einer aufgestellten Palette angeboten die ich am Zaun befestigt hatte. Auch das funktioniert sehr gut.
