4 Starts- 4 Schleifen
Auch heuer sind wir wieder fleissig auf Lehrgängen und Turnieren unterwegs. Und ich genieße jede Kurseinheit und jeden Turnierstart aufs Neue, weil es für mich nicht selbstverständlich ist, dass wir das machen können. Lange Zeit war es uns nicht möglich vernünftig zu arbeiten und schon gar nicht irgendwo auf einen Lehrgang oder ein Turnier zu fahren. Umso mehr schätze ich es jetzt. Es ist absolut nicht mein Ziel jedes Wochenende auf einem Turnier zu sein. Viel zu stressig um ehrlich zu sein. Lieber reite ich ausgewählte Prüfungen und auf die bereite ich mich sorgfältig vor. Das zahlt sich aus. Wir haben heuer bislang in allen Bewerben die wir gestartet sind eine Schleife mitgenommen. 2 mal wars Clear Round, da ist es nicht soo schwer, aber die anderen beiden Male konnten wir jeweils den 2. Rang belegen.

Es läuft alles zusammen
Heuer merkt man wirklich, wie die Zahnräder die wir uns in den letzten 3 Jahren erarbeitet haben ineinandergreifen und wie alles leichter und selbstverständlicher wird. Die harte Arbeit und Beharrlichkeit zahlt sich wirklich aus. Es hat Sinn gemacht, nochmal zurück zur Basis zu gehen und von vorne zu beginnen. Wenn ich mich jetzt auf die ersten Trainingseinheiten vor ziemlich genau 3 Jahren bei meiner Trainerin zurück erinnere, dann muss ich ehrlich sagen, es war eine Katastrophe damals. Wir haben keinen einziges Cavaletti getroffen. Ich war ein Kontrollfreak und Laser durfte ihren Körpern nicht benutzen. Und jetzt wagen wir uns schön langsam wirklich Richtung Springen. Wir haben heuer bereits einen sehr erfolgreichen Start in einer 90 cm Idealzeitprüfung absolviert wo wir uns den zweiten Platz schnappen konnten. Auch diese Höhe ist kein Problem mehr für uns. Im Training springen wir teilweise schon höher. Ich reite im Moment auch zwischendurch wieder beim bayrischen Trainer auf unserer Anlage, aber auch auf einer anderen tollen Trainingsanlage die leider 65 km entfernt ist, die ich aber immer wieder mal anfahren auch mit meiner Stammtrainerin, weil dort immer ein kompletter Parcours steht, der wöchentlich umgebaut wird. Der Grund warum ich beim bayrischen Trainer auch wieder etwas mehr reite, ist auch dass er uns gut fordert im Training gerade was die Höhe anbelangt. Ich will nicht sagen, dass uns unsere Stammtrainerin nicht fordert, aber eben auf andere Weise. Sie fordert mich gut in der Linientechnik. Im Moment passt mir dieses Zusammenspiel der beiden Trainer sehr gut. Mein Saisonziel wäre es auch heuer noch in die eine oder andere 95 cm Prüfung zu reiten wenn es weiterhin so gut läuft.
Buschtrainings gehen leicht von der Hand
Ich konnte heuer auch schon einige Buschtrainings und Kurse absolvieren. Eigentlich wollte ich im Vorfeld der Saison eher in gezielten Einzelstunden arbeiten. Das ist bislang noch nicht passiert, weil so viele Kurse und Trainingstage ausgeschrieben waren an verschiedenen Orten, sodass ich damit bis dato relativ gut ausgelastet war. Wir waren Anfang April im Nachbarort auf einem Harald Siegl Kurs; ich war im Mai im Pferdezentrum auf einem Kurs und jetzt auf einen Trainingstag auf einer Vereinsanlage 50 km entfernt. Überall standen andere Sprünge und ich konnte mir bei allen Trainings gut was mitnehmen und die Püppi hat sehr viel gesehen. Zwischendurch springen wir auf der Geländewiese meiner Trainerin wieder mal ihre Sprünge durch und damit haben wir wirklich schon einige Trainingstage in den Füßen. Mitte Juni bin ich zum Spaß eine Crossspringprüfung lizenzfrei auf der Anlage wo wir zum Training waren geritten und auch dort konnten wir uns den zweiten Platz holen. Die Püppi ist durch den Kurs geschnurrt als hätte sie nie was anderes gemacht. Im Herbst wäre wieder ein Start in einer kompletten Vielseitigkeit geplant.

An der Dressur arbeiten wir
Ich versuche im Moment auch die Dressurarbeit nicht ganz zu viel schleifen zu lassen. Sondern auch regelmässig zumindest alle 3 Wochen bei meiner Trainerin auch wieder eine Dressureinheit zu reiten. Die Dressur ist nach wie vor nicht ganz stabil. An manchen Tagen läuft es echt schon gut und an manchen Tagen geht es wieder schlecht. Laser ist einfach kein Dressurpferd. Gerade jetzt wo ich mit Bobby sehr viel arbeite und reite merke ich wie leicht und lässig die Dressurarbeit mit Bobby ist und was er in kürzester Zeit alles kann, während ich für banale Dinge mit Laser einfach ewig brauche. Ich denke ich muss mich einfach damit anfreunden, dass wir nie über ein stabiles A Niveau rauskommen werden, obwohl sie an guten Tagen durchaus den Aussengalopp sicher und schön läuft und auch einfache Wechsel im Ansatz funktionieren. Vielleicht braucht es einfach noch ein paar Jahre, so wie im Springen auch. Dennoch merkt man einfach, dass ihr ihr Körperbau doch ganz schön im Weg steht und manchmal auch die Lust. Wir werden dennoch weiterarbeiten. Ich würde auch heuer gerne auf ein Übungsturnier fahren in der Dressur. Ich hoffe, dass wir es zeitlich hinkriegen. Auch in der Vielseitigkeit im September brauchen wir natürlich die Dressur. Somit gilt es einfach weiterarbeiten bis vielleicht dort auch irgendwann der Knoten platzt. Es ist auch etwas schwierig weil ich eigentlich gerne öfter Dressurstunden nehmen würde, aber vor Ort im Moment keinen Trainer vor Augen habe, der auf etwas "alternative" Art (viel Stangenarbeit und eher "funktionelle" Dressur) unterrichtet. Sturheil Lektionen und fades die ganze Stunde am Zirkelgereite funktioniert bei uns nicht. Ich bräuchte wieder so eine Trainerin wie ich ganz früher mal eine Zeit lang hatte noch im Einstellstall. Die hat uns ganz gut weitergebracht. Derzeit reite ich Dressur auch bei meiner Stammtrainerin. Da ich dort aber immer 1 Stunde hin fahren muss und bei ihr in erster Linie springe, ist es einfach nicht möglich jede Woche auch noch zum Dressurtraining dorthin zu fahren. Ich bräuchte einfach vor Ort jemanden der mich da jede Woche oder zumindest jede zweite Woche sinnvoll unterstützt.
Es ist harte Arbeit
Ich reite derzeit sehr viele Trainings und vor allem scheue ich mich nicht davor, das Pferd einzupacken und fast wöchentlich dorthin zu fahren wo ich den passenden Trainer und das passende Trainingsumfeld habe. Das ist ein sehr wichtiger Punkt für mich in den letzten 2 Jahren geworden. Immer mehr kann ich einschätzen was wir gerade brauchen und ob ich mir von einem anderen Trainer als von unserer Stammtrainerin einen Input holen möchte. Ich bin in den letzten 2 Jahren bei vielen Trainern geritten und kann mittlerweile einschätzen wem ich vertrauen kann und bei wem ich aufpassen muss. Ich fahre sehr gerne zum Parcourstraining auswärts auf Reitanlagen die einen fix fertigen Parcour stehen haben. Das ist einfach ein sehr gutes Training für mich. Leider gibt unsere Vereinsanlage das nach wie vor nicht her obwohl der Platz groß genug wäre. Würde ich nur zu Hause trainieren, hätten wir uns die letzten 3 Jahre nicht so entwickelt. Manchmal ist es mühsam, weil viel Geld und Zeit drauf geht fürs Auswärtstraining. Aber ich sehe den Sinn dahinter, daher nehme ich die Mühen auf mich.

Nicht jeder Trainer passt zu jedem Zeitpunkt
Prinzipiell kann man sich von allen Trainern und Trainings Dinge mitnehmen. Es ist nur manchmal so, dass man zum Zeitpunkt des Trainings überfordert ist mit gewissen Dingen. Da habe ich mittlerweile gelernt meinen Mund aufzumachen und das auch kundzutun. Zwei Reiter die auf ungefähr auf gleichem Niveau sind, sind trotzdem nicht gleich. Vielleicht ist der andere schon sehr sicher auf diesem Niveau und der andere ist gerade erst in diesem Niveau angelangt und muss erstmal ankommen. Ich bin da immer ein Schisser. Ich lasse mir gerne länger Zeit um alles so sicher wie möglich zu haben. Ein kurzer Strauchler, ein schlechter Moment machen die mühsame Arbeit wieder zunichte. Unser Vertrauen und unsere Leichtigkeit die ich mir jetzt so mühsam aufgebaut habe, lasse ich mir nicht gerne wieder zerstören. Deswegen bin ich ein Freund davon, dass man einen Haupttrainer hat mit dem man 80 Prozent der Arbeit macht. Der kennt einem und weiß um den genauen Stand und was er im Training Verlagen kann und was vielleicht noch zu früh ist. Natürlich darf man sich dann auch ab und zu bei Fremdtrainern Inputs holen. Es braucht einfach die richtige Mischung aus fordern aber nicht überfordern und das Gelernte dann wieder zur sichern. Wäre es so einfach wie es manchmal aussieht wären wir alle Weltmeister.
Pferde Management
Und auch dieser Punkt ist mit Sicherheit einer der wesentlichsten Punkte die ich die letzten 3 Jahre gelernt habe. Von der regelmässigen Überprüfung der Ausrüstung (ein Punkt, den wir gerade wieder hatten, die Sättel sind mit den dicken Pads die ich drunter habe zu eng geworden, weil im Sommer einfach mehr Masse da ist bei beiden Pferden) bis hin zur Fütterung und zur stressfreien Haltung und das ganze Muskelmanagement, spannt sich ein unglaublicher Bogen wo es so viele kleine Details gibt die funktionieren müssen damit es den Pferden gut geht und sie gerne das von uns Geforderte zeigen. Passt ein kleines Detail nicht stürzen wieder große Teile des Kartenhauses ein. Ich musste lernen alle Details im Blick zu haben. Schön langsam kriege ich das hin, auch wenn es wieder kurze Zeiten gibt wo irgendwas nicht passt. Laser weist mich sehr schnell darauf hin, dass sie nicht zufrieden ist. So deutlich kriege ich das Feedback von Bobby nicht. Laser ist da sehr direkt. Einerseits gut, andererseits auch eine ordentliche Herausforderung ständig alles am Schirm zu haben. Vor allem gibts keine Ausreden weil ich Haltung, Fütterung und alles drum herum selber in der Hand habe.
