Die letzten Wochen waren heiß und viel zu trocken

11.08.2026

Die Hitzewelle welche Ende Juni begonnen hat, hat die letzten Wochen beinahe komplett angehalten. Es gab nur wenige Tage mit angenehmeren Temperaturen. Noch schlimmer als die hohen Temperaturen ist aber das beinahe komplette Ausbleiben von Niederschlägen seit mehren Wochen. Es war das Frühjahr bereits zu trocken und ich habe ehrlich gesagt damit gerechnet, dass der Sommer ziemlich verregnet werden wird. Falsch gelegen. Es ist noch trockener geworden und leider wirkt sich das mittlerweile auch stark auf unsere Weide und Mähflächen aus. 

Vor 3 Wochen wars noch halbwegs grün
Vor 3 Wochen wars noch halbwegs grün
Mittlerweile sind viele Gräserarten in die Knie gegangen und schlichtweg verschwunden. Was noch halbwegs grün ist wird von den Pferden niedergenagt
Mittlerweile sind viele Gräserarten in die Knie gegangen und schlichtweg verschwunden. Was noch halbwegs grün ist wird von den Pferden niedergenagt

Trockenheit schädigt den Weide - und Wiesenbestand

Viele Gräser können der im Moment vorherrschenden Trockenheit nicht bestehen. Sie sterben ab. Somit verschiebt sich der Pflanzenbestand gerade massiv in die falsche Richtung. Statt wertvoller Futtergräser steht im Moment nur mehr mehr oder weniger brauchbares (Un)kraut. Ich füttere seit 3 Wochen am Paddock wieder Heu zu, weil auf der Wiese einfach zu wenig steht. Ich bin zwar noch in der glücklichen Lage etwas Gras zu haben (bzw eher Löwenzahnblätter und Spitzwegerich Blätter), aber die Parzellen die abgegrast sind wachsen kaum nach. Ich habe jetzt noch eine Parzelle vom zweiten Aufwuchs wo noch etwas üppigere Menge drauf steht. Der dritte Aufwuchs fehlt dann aber fast komplett. Es hat in den letzten 4 Wochen insgesamt vielleicht 15 Liter geregnet und das war alles. Auch davor waren die Niederschlagsmengen nicht sehr üppig. Nicht nur meine Weiden sind stark geschädigt sondern auch unsere Silage und Heuwiesen. 

Hitze tut ihr übriges dazu

Die Raygräser vertrocknen
Die Raygräser vertrocknen

Nicht nur das fehlende Wasser auch die hohen Temperaturen machen Pflanzen, Tiere und auch uns Menschen ordentlich zu schaffen. Wir hatten jetzt seit Ende Juni beinhahe dauerhaft über 30 Grad. Lediglich ein paar kühlere Tage waren einmal dazwischen. Das geht auch bei mir im Moment ganz schön auf die Substanz weil es einfach lange Tage werden. Ich bin derzeit nur vormittags und spätabends produktiv, dazwischen ist es mir einfach zu heiß. In die wenigen kühlen Stunden des Tages gilt es also alles reinzupacken was getan werden muss. Das ist fast zu viel für so wenig Zeit. Ich hatte jetzt zum Glück 3 Wochen Urlaub vom Brotjob und konnte so wenigstens Vormittag einiges abarbeiten. Der Nachtschlaf bei so hohen Temperaturen ist auch nicht sehr erholsam. Somit krieche ich ganz schön am Zahnfleisch daher im Moment und bin froh wenn sich das Wetter hoffentlich bald umstellt. Meine Vernebelungsanlage im Stall hat sich leider nicht bewährt. Die Düsen verstopfen bereits nach wenigen Stunden im Einsatz komplett. Wir haben sehr kalkhaltiges Wasser und der Kalk macht mir die kleinen Düsen sofort zu. Es fehlt leider ein Filter der den Kalk rausfiltert. Prinzipiell wäre die Anlage sehr angenehm wenn sie läuft. Sie hat uns in den Wochen wo der Insektendruck sehr hoch war gut geholfen, die Insekten vom Stallbereich fernzuhalten und sie schafft natürlich auch ein angenehmeres Stallklima. Allerdings war eben der Wartungsaufwand dafür sehr hoch. Spätestens jeden zweiten Tag mussten die Düsen vom Kalk gesäubert werden. Mittlerweile habe ich es aufgegeben. Zuviel Aufwand. 

Reit- und Trainingsbedingungen erschwert durch trockene Reitplatzböden

Mein aktueller Reitplatz, wenigstens nicht tief der Boden
Mein aktueller Reitplatz, wenigstens nicht tief der Boden

Ich war mittlerweile wochenlang nicht mehr auf unserem großen Vereinsreitplatz. Wenn ich runter fahre auf die Anlage reite ich in der kleinen Halle weil dort der Boden regelmässig gewässert wird für das Voltigiertraining. Leider gibt es keine automatische Bewässerung unser Reitböden und auch kein Wasserreservoir. Der Reitplatzboden wird also jedes Jahr im Sommer ziemlich tief und staubig aufgrund des fehlenden Wassers. Heuer dauert dies nun schon seit Mai an. Der Boden ist kaum sinnvoll bereitbar. Das erschwert natürlich mein Training. Ich arbeite derzeit sehr viel zu Hause auf den abgemähten Wiesen die ohnehin im Moment kaum aufwachsen und auf meinen Paddock und fahre viel auswärts auf besser gepflegte Anlagen. Einerseits ist dies durchaus stressfreier weil ich ehrlich gesagt froh bin wenn ich manche Personen nicht treffen muss, andererseits zahle ich dennoch gut Vereinsbeitrag und kann die Anlage im Winter nur eingeschränkt nutzen und jetzt ists im Sommer auch das gleiche. 

Kurze Auszeit

Meinen Urlaub habe ich dafür genutzt um mal ein verlängertes Wochenende wegzufahren und konnte mal ein paar Tage ohne Pferde und Hof abschalten und meinen Kopf freikriegen. Das funktioniert mittlerweile gut, dass ich ab und zu 3-4 Tage wegfahren kann und keiner deswegen verhungern muss. Kleinere Auszeiten nehme ich mir tageweise ohnehin immer wieder. Das braucht es auch immer wieder einmal. 

Was gibt es demnächst zu tun?

Ich habe vor kurzem Nachsaatmischung besteht. Sobald das Wetter dann hoffentlich doch umschlägt wird damit begonnen die Weide- und Wiesenflächen zu sanieren. Ich habe mich lange damit beschäftigt was ich gerne nach säen möchte. Welche Gräserarten ich in meinem Bestand will. Eigentlich wollte ich schon lange die Bestände etwas ändern in ihrer Zusammensetzung. Bis jetzt bin ich es allerdings nicht angegangen. Heuer besteht nun wirklich Handlungsbedarf also nutzen wir den und versuchen das Ganze anzupacken. Ich hoffe sehr stark, dass wir demnächst günstige Wetterbedingungen bekommen, sodass es wirklich Sinn macht nach zu säen und die Nachsaat auch eine Chance hat sich durchzusetzen. Ganz billig ist der Spaß nämlich nicht.  Jetzt im Spätsommer und Frühherbst ist normalerweise der beste Zeitpunkt um die Nachsaat zu etablieren. Aber es braucht Feuchtigkeit, damit die Neuansaat sich entwickeln kann, aber absaufen soll sie auch nicht. Sind wir gespannt wie es weitergeht. Die Natur hat ihre eigenen Gesetze. Wir können das Wetter nicht ändern. Wir können nur die Schäden versuchen auszubügeln welche uns diese Dürre im heurigen Jahr gebracht hat. Wie lange es dauern wird, bis sich die Bestände wieder erholt haben und wieder saniert sind, kommt auf das weitere Wetter drauf an und ob ich die Schritte die ich jetzt setze richtig mache. 





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