Reset- Durchschnaufen, annehmen und neu motivieren

27.10.2026

Die letzen Monate waren wirklich turbulent. Ich habe gerade eine etwas holprigere Zeit hinter mir, was man wahrscheinlich in den letzten Beiträgen schon etwas gemerkt hat. Es war ein bißchen viel heuer. Die ganze Turnierreiterei und die Umstände rund herum. Das hat sogar dazu geführt, dass ich das erste Mal so ein richtiges "Reitburnout" hatte. Ich hatte wirklich mal einige Wochen so gar keine Lust zu reiten. 

Die letzten Weidetage nutzen um sich etwas zurückzulehnen und durchzuschnaufen
Die letzten Weidetage nutzen um sich etwas zurückzulehnen und durchzuschnaufen

Erstmal durchschnaufen

Ich habe mir daher Ende September mal eine Reitpause verordnet. Zumindest soweit, dass Laser erstmal offiziell 14 Tage Pause bekam in der ich sie meistens gar nicht und wenn dann nur etwas an der Longe gearbeitet habe oder ausreiten war mit ihr. Ich habe mir die Zeit genommen um in unser altes Ausreitgebiet zu fahren und habe dort mit ihr Waldausritte genossen. Es gibt dort ein herrliches großes Waldgebiet in dem zahlreiche Wege sind. Es tat einfach gut die Seele baumeln zu lassen. Bobby bin ich zwischendurch ab und zu geritten. Das fiel mir insgesamt etwas leichter weil ich Bobby auch zu Hause reiten kann. Dazu war ich dann doch erstaunlicherweise recht motiviert. Ich bin dann Laser im Anschluss an die Pause auch noch einige Male zu Hause auf der abgemähten Wiese geritten. Das tat dann sehr gut. Einfach zu Hause aufs Pferd aufsteigen und losreiten. Mal keinen Hänger anhängen müssen und irgendwo hin fahren zu müssen. Mal keinen Druck zu haben an irgendwas zu trainieren, sondern einfach nur drauf los zu reiten. Ich merke nach vier Jahren, dass mich das ständige Verladen um reiten zu können schön langsam müde macht. Vor allem heuer war es einfach zäh weil ich gefühlt ständig den Druck hatte sinnvoll trainieren zu müssen und es die Bedingungen aber oft nicht so zugelassen haben wie ich es mir gewünscht hätte. 

Neu motivieren- Neue Inputs umsetzen

Dennoch muss das Reiterleben weiter gehen. Ich habe zwei tolle Pferde. Laser und ich konnten uns gerade in den letzten Monaten so unglaublich gut weiterentwickeln, trotz all der widrigen Faktoren die mir heuer das Leben wirklich etwas schwer gemacht haben. Es wäre schade, das jetzt nicht zu nutzen. Und auch mit Bobby geht die Ausbildung kontinuierlich weiter.

Mal über den Tellerrand hinaus schauen_ Anja Beran Kurs
Mal über den Tellerrand hinaus schauen_ Anja Beran Kurs

Ich habe die letzten Wochen genutzt um wieder neue Ansätze im Training zu probieren. Gerade auch die Übungen und die Themen die uns unser Osteo mitgegeben hat im August stehen bei mir jetzt in der Arbeit stark im Vordergrund. Die Geraderichtung muss einfach noch besser werden. Wir sind auf gutem Weg, aber es ist noch gut zu tun. Indirekt profitiert auch Bobby davon, weil er die gleichen Übungen laufen darf und weil ich beim Reiten auch bei ihm darauf achte, dass er sich gerade stellt. Auch bei ihm sind da noch viele Baustellen offen. Ich war vor ein paar Tagen auch auf einem Kurs mit Anja Beran als Zuschauer und habe mir auch dort einige Dinge mitnehmen können. Ich versuche nach unserer Pause jetzt wieder regelmässig zu unserer Trainerin zum Training zu fahren so lange es die Witterung noch zulässt. Dort machen wir jetzt wieder Springgymnastik, viele Wendungen und Rhythmus. Dinge die so wichtig sind und die mir vor allem unglaublich Spaß machen, aber die man in der laufenden Turniersaison hinten anstellt. Durch dieses tolle Training kommt bei mir schön langsam wieder die Motivation zum Vorschein. Vor allem weil es einem vor Augen führt was für unglaubliche Fortschritte in den letzten Monaten passiert sind. Ich habe nächstes Wochenende dann nochmal ein Geländetraining auf der Anlage wo wir im Sommer die Crossspingprüfung geritten sind. Darauf freue ich mich auch schon. Ich überlege außerdem für den Winter wieder einen Hallengeländekurs zu buchen. Es ist zwar nicht billig, aber es ist einfach eine willkommene Abwechslung. Und was gibt es Besseres als in einer großen Halle mit gut gepflegtem Boden zu springen.

Ruhiger angehen lassen

Insgesamt möchte ich aber den heurigen Winter etwas ruhiger angehen. Ich möchte versuchen viel zu Hause an der Longe zu arbeiten und vielleicht auch die eine oder andere kleine Reiteinheit zu Hause zu machen um einfach nicht so oft verladen zu müssen und vielleicht damit auch etwas Zeit einzusparen. Ich hoffe, dass wir heuer einen brauchbareren Winter ohne tagelangem Glatteis bekommen. Was mir die letzen Wochen auch gezeigt haben ist, dass weniger manchmal scheinbar sogar mehr ist. In der Turniersaison war einfach der Druck so hoch und ich bin einfach unglaublich viel geritten und habe viel trainiert und teilweise ein schlechtes Gewissen gehabt wenn ich der Meinung war, dass wir zu wenig trainiert haben. Erst jetzt in der Pause habe ich gemerkt, dass wenn ich nicht jeden Tag reite, mein Pferd viel lockerer und motivierter ist, und ich um ehrlich zu sein auch. Es tut gut sich auch mal zurücklehnen zu dürfen und zu sagen: Heute nicht!

Unzufriedenstellende Situationen rückblickend annehmen

Schön langsam kommt auch ein bißchen die Dankbarkeit für diese so unglaubliche Saison bei mir. Ich das Ganze in Ruhe und Freude Revue passieren lassen was wir heuer geschafft haben. Ich lerne auch langsam einige der Situationen die nicht gut waren und die letztendlich dazu geführt haben, dass die Situation gekippt ist und ich in dieses Reitburnout geschlittert bin, anzunehmen. Mein Ziel für nächstes Jahr ist es auf alle Fälle gelassener in die Saison zu gehen. Ich habe nächstes Jahr keinen Grund mich zu stressen. Ich habe alle meine Ziele die ich mit meinem ersten eigenen Pferd schaffen wollte erreicht. Alles was jetzt kommt ist Draufgabe. Es wäre aber auch gelogen, wenn ich mir nicht viele Gedanken dazu machen würde wie man die Begebenheiten noch verbessern könnte. Schließlich gibt es einiges im Umfeld was mir heuer wirklich das Leben schwer gemacht hat und damit auch letztendlich die Motivation geraubt hat am Ende der Saison. 

Einfach nur die Pferde beobachten und sich freuen dass sich beide so schön entwickelt haben  ist manchmal Balsam in der Seele
Einfach nur die Pferde beobachten und sich freuen dass sich beide so schön entwickelt haben ist manchmal Balsam in der Seele
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