Turniersaison sehr erfolgreich beendet
Laser und ich waren heuer für unsere Verhältnisse wirklich relativ fleißig unterwegs auf Turnieren, weil es uns im Moment wirklich gut geht und es mir ab und zu Spaß macht uns fein herauszuputzen und extern bewerten zu lassen.
Es war eine unglaublich erfolgreiche Saison
Ich kann mit der heurigen Saison extrem stolz und zufrieden sein. Wir haben viele Platzierungen holen können und konnten gut in der 90 und 95 cm Fuss fassen. Ich habe aufgrund der tollen Ergebnisse außerdem noch die Springlizenz positiv abschließen können. Ausnahmslos allesamt unserer Runden waren tolle harmonische Parcourrunden. Ich bin unserer Trainerin unglaublich dankbar dafür, dass sie uns in den letzten drei Jahren so weiterbringen konnte. Hätte mir jemand vor der Saison erzählt, dass ich das heuer alles schaffen werde hätte ich es nicht geglaubt. Gerade die Springlizenz war noch ein letztes heimliches Ziel, welches mich wirklich schon lange begleitet hat und bisher unerreichbar schien. Und heuer haben wir diese scheinbar aus dem Nichts heraus auf einmal gemacht. Damit habe ich die Lizenz nun komplett mit meinem eigenen Pferd, das ich selber ausgebildet habe, gemacht. Das ist schon was Besonderes auf das ich absolut stolz sein kann.
Dennoch war diese Saison alles andere als leicht und hat mir emotional und auch physisch extrem viel abverlangt. Nach einer tollen ersten Saisonhälfte in der alles recht leicht erschien, kam wieder ein kleines Sommertief. Ich hatte nach zwei tollen Turniertagen Ende Juli wo wir uns die ersten zwei Lizenzpunkte holten, mal das Training ein paar Tage etwas schleifen lassen. Es war einfach extrem heiß zu der Zeit und der Reitplatz auf unserer Vereinsanlage in desaströsem Pflegezustand. Also blieb nichts anderes über als entweder die kleine Halle zu benutzen oder zu Hause auf der Wiese etwas zu reiten. Als ich mich dann wieder profesioneller auf das nächste Turnier vorbereiten wollte und auswärts zum Springtraining fuhr hat auf einmal nichts mehr funktioniert, wie es sollte. Dann habe ich etwas Panik geschoben, weil ich den letzten Lizenzpunkt unbedingt heuer noch erlangen wollte. Es gab dann Ende August bis Mitte September intensives Training der Grundlagen und dann konnte ich Mitte September mit zwei schönen Runden den letzten Lizenzpunkt holen.
Enttäuscht über Unprofessionalität
Ich habe gerade heuer einen enormen Aufwand betrieben. Irgendwie hat sich von Mai bis September beinahe alles um die Pferde und um das Reiten gedreht. Ich hatte kaum Zeit mal etwas durch zuschnaufen oder mal etwas anderes zu tun als zu trainieren. Ich habe mir über jedes kleine Detail meine Gedanken gemacht, versucht alles zu optimieren. Habe unglaublich viel Springen trainiert, und das zu 90 Prozent auswärts, weil unser Verein nicht hergibt was es dazu bräuchte. Habe mir wirklich gut überlegt welche Prüfung ich wo und warum starte. Habe für das Gesamtpaket an Training und Turnier sehr viel Geld gezahlt, habe nebenbei extrem viel Zeit reingesteckt und dann kriege ich von vielen Veranstaltern eine Unprofessionalität vorgesetzt, die mich wirklich zum Teil maßlos enttäuscht hat und mein Turniervergnügen ordentlich gebremst hat. Es herrschten auf vielen Turnieren katastrophale Organisationszustände vor. Vielfach war die Abreitesituation so chaotisch, dass an ordentlich durchlockern überhaupt nicht zu denken war. Man konnte oft nicht mal auf der rechten Hand auch nur irgendwie reiten, weil viel zu viele Reiter sich auf zu kleinen Abreiteplätzen getummelt haben und der Veranstalter dies nicht überwacht hat. Es war einfach Chaos pur.
Einmal wurde der Parcour nach der Parcourbesichtigung geändert, ohne darüber zu informieren. Ich war erster Starter und reite ganz normal die besichtigte Linie und komme, als ich auf 7A und B zureite drauf, dass dies jetzt auf einmal nicht mehr meine 7 ist, obwohl es bei der Besichtigung so ausgewiesen war, sondern der Oxer der einige Meter daneben steht. Dann stehen in Einlaufprüfungen auf einmal Kombinationen drinnen, die eigentlich nicht drinnen stehen dürften in einer Einlaufprüfung. Ich habe an diesem Tag bewusst nur eine Einlaufprüfung genannt, weil ich einfach eine entspannte leichte Trainingsrunde reiten wollte. Stattdessen steht eine Kombi drinnen, die dann auch noch so eng stand, dass wir die leider nicht fehlerfrei absolvieren konnten. Wir waren mit dem Fehler in der Kombi auch nicht die einzigen. Dennoch macht mich das wütend. Wenn schon Kombi, dann bitte doch mit Abmessungen die in einer einfachen Prüfung auch leicht zu absolvieren ist.
Dann werde ich in der Dressurprüfung gerügt, und mir werden zwei Punkte abgezogen, weil ich ein Handy in der Handytasche meiner Reithose habe, dass in Ruhemodus und auf lautlos gestellt war, obwohl dies weder in einer aktuellen Turnierordnung steht, noch überhaupt jemand darüber Bescheid wusste, dass das bloße dabei haben des Handys auf einmal verboten ist.
Das alles ist mir heuer in den letzten Wochen passiert und trübt im Moment meine Freude über meine tolle Saison so stark das ich mich bislang kaum freuen konnte über das heuer Erreichte. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen etwas zur Ruhe komme und dann die Erfolge wirklich auch genießen kann. Denn so eine tolle Saison hat man sicher nicht jedes Jahr.




